 Aus dem Schleswig-Holstein-Rundspruch Nr. 11 vom 15.03.2010
Niederlegung des Vorstandsamtes von DL3OAP UPDATE: MIT GEGENDARSTELLUNG
Dr. Walter Schlink, DL3OAP, ist von seinem Vorstandsamt im DARC zurückgetreten. Diese Nachricht kam überraschend während der Distriktsversammlung am vergangenen Samstag.
Hierzu hat DL3OAP folgendes bekannt gegeben:
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
hiermit stelle ich
mein Amt als Vorsitzender des DARC e.V. mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Zu viele Meinungsverschiedenheiten haben mich zu diesem Schritt bewogen.
Hier einige Gründe:
- Ich bin seit 15 Jahren im Vorstand dieses Clubs und kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren und auch nicht verantworten, dass der DARC wie ein Industrieunternehmen geführt und saniert werden soll.
- Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Vorstand, speziell mit Dr. Sturhahn, ist mir nicht möglich, da er mit einer gewissen Selbstgefälligkeit die Führung im Vorstand übernimmt und dadurch meine Richtlinienkompetenz untergräbt.
- Ich kann nicht verantworten, wie die Leistungsbereitschaft von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern von OM Sturhahn systematisch demontiert werden. Daraus resultieren Spannungen, Frust und Demotivationen. (Siehe bei der EMV-Tagung, Ronald Hirth)
- Ich sehe die Zukunft des Amateurfunkdienstes durch zwanghaftes Sparen an falscher Stelle (z. B. bei der Interessenvertretung) ernsthaft gefährdet. Einen vernünftigen Sparkurs hingegen sehe ich durchaus als notwendig an.
- Ich kann gelegentliche Falschdarstellungen von Sachverhalten durch OM Sturhahn, auch gegenüber meinen Vorstandskollegen, nicht akzeptieren.
- Auch die Zermürbung der Mitarbeiter durch die Beschäftigung mit unnötigen, formalen Fragen, statt der Bearbeitung essentieller den Amateurfunk direkt betreffender Sachprobleme, kann ich nicht länger verantworten.
- Schließlich verurteile ich die von Dr. Sturhahn mehrmals bekundete Zielsetzung, die Justitiarin des DARC zu entfernen, weil man sie angeblich nicht benötigt, auf das Schärfste. Diese Auffassung geht an den Realitäten und der für den Amateurfunk wichtigen Interessenvertretung völlig vorbei. Wir benötigen den wichtigen juristischen Sachverstand heute mehr als je zuvor.
Ich habe mir diesen Entschluss nicht leicht gemacht und bedauere ihn sehr.
vy 73 de Walter Schlink, DL3OAP
Damit endet der Brief von DL3OAP.
Vielen Dank an DJ9FC für die Übermittlung der Information.
Auf der Webseite des DARC wurde zwischenzeitlich nachfolgende Meldung veröffentlicht:
Dr. Walter Schlink, DL3OAP, ist überraschend von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er begründet seinen Schritt mit Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und den restlichen Vorstandsmitgliedern bezüglich der Zielrichtung des DARC und den geplanten Restruktierungsmaßnahmen. Dr. Jürgen Sturhahn, DL8LE, übernimmt als bisheriger Stellvertreter kommissarisch den Vorsitz. Dr. Schlink war 15 Jahre im DARC-Vorstand. Zahlreiche Verdienste für den DARC e.V. gehen auf sein Konto. Insbesondere sein Engagement bei der Vertretung der Interessen der Funkamateure gegenüber den Behörden und in den verschiedensten Normungsgremien war sehr erfolgreich. Ohne seine technisch sehr fundierte Arbeit hätten wir heute Grenzwerte, die einen Amateurfunkbetrieb kaum noch zuließen. Ferner verdanken ihm die Funkamateure das Selbsterklärungsverfahren anstelle einer kostenpflichtigen Standortbescheinigung, um nur einige Beispiele für seine Arbeit zu nennen. Wir möchten ihm an dieser Stelle für sein tatkräftiges Engagement danken.
Ende der Meldung auf der DARC-Webseite.
Liebe YLs und OMs,
der Rücktritt des DARC Vorsitzenden Walter DL3OAP schlägt hohe Wellen. Mir liegt eine offizielle Stellungnahme von OM Jürgen DL8LE zu diesem Vorgang vor die ich gerne auch wie folgt verbreiten möchte.
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Die Entscheidung von Dr. Walter Schlink, DL3OAP, sein Amt als Vorsitzender des DARC niederzulegen, habe ich mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Seine Entscheidung respektiere ich und sie ist für mich angesichts der Entwicklung der letzten Wochen nachvollziehbar. Sehr schade finde ich allerdings, dass er mich in seiner E-Mail vom 13.03.10 persönlich diffamiert und neben persönlichen Einschätzungen auch falsche Sachaussagen trifft. Diese zwingen mich, zumindest eine kurze Stellungnahme zu einigen Punkten abzugeben, nachdem sein Rücktrittsschreiben an den Amateurrat des DARC öffentlich publiziert wurde. Allerdings bitte ich um Verständnis, dass ich wiederum meine Information an den Amateurrat vom 15.03. nicht in sämtlichen Einzelheiten veröffentliche, da es sich teilweise um Personalangelegenheiten handelt, die im Interesse der betroffenen Person(en) grundsätzlich vertraulich zu behandeln sind.
Ein wesentlicher Dissens zwischen DL3OAP und mir liegt u. a. in der unterschiedlichen Auffassung darüber, wie die Geschäftsstelle zu führen und wie die in meinen Augen zwingend notwendige Anpassung des DARC an die heutigen Realitäten umzusetzen ist. Ich lehne beispielsweise die Vorgehensweise ab, Mitarbeiter durch Druck zu einer weder sachlich noch formal gerechtfertigten Handlungsweise zu zwingen. Im Zusammenhang damit gab es zwei Vorstandsbeschlüsse, in denen der restliche Vorstand geschlossen gegen ihn stimmte. Darüber hinaus gab es einen weiteren Vorstandsbeschluß gegen seinen Versuch, per Anweisung an die Geschäftsführerin Reisekosten einer Mitarbeiterin genehmigen zu lassen, die von der Geschäftsführerin zuvor abgelehnt worden waren. Des weiteren setzte sich DL3OAP im Vorstand nicht mit seinem Wunsch durch, die Projektarbeit, die Verwendung eines Kommunikationstools und die Auswertung von Mitgliederanfragen bis auf weiteres zu stoppen und erst später durch einen erneuten Vorstandsbeschluss wieder aufleben zu lassen.
Dass eine derartige Situation für den Vorsitzenden eines Vereins unerfreulich ist und ihn letztendlich dazu bringt zurückzutreten, ist unter diesen Umständen verständlich, jedoch ohne dass damit die Verdienste geschmälert werden, die sich DL3OAP in den langen Jahren seiner Vorstandstätigkeit für den DARC und den Amateurfunkdienst in Deutschland erworben hat. Bedauerlich ist nur, wenn im Zusammenhang mit dieser Situation eine öffentliche Diskussion entsteht, die ohne Kenntnis der tatsächlichen Zusammenhänge nur zu unzutreffenden Schlußfolgerungen führen kann.
73 Jürgen, DL8LE
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